Nach langjährigen Bemühungen um ein Projekt zur Rettung des Feldhamsters in Sachsen war es 2008 endlich soweit. Verschiedene Partner hoben ein Projekt zum Schutz des in Sachsen vom Aussterben bedrohten Feldhamsters aus der Taufe. Im Juni 2008 schlossen – unterstützt durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) – die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU), der NABU Sachsen und der Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e.V. eine Kooperationsvereinbarung zum Hamsterschutz in Nordwestsachsen ab. Das gemeinsame Projekt verfolgt das Ziel, im letzten sächsischen Vorkommensgebiet geeignete Lebensbedingungen für den Hamster zu schaffen und so eine überlebensfähige Population dauerhaft zu erhalten. Dafür war und ist das 2008 beschlossene kooperative Handeln von Naturschutz und Landwirtschaft auf der Basis vertraglicher Vereinbarungen und unter Mitwirkung der zuständigen Behörden der einzige erfolgversprechende Weg, denn andere Förderinstrumente griffen nicht.
Die vom NABU-Naturschutzinstitut Leipzig im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie durchgeführten Kartierungen
hatten aussagefähiges Datenmaterial zur aktuellen Bestandssituation erbracht und bewiesen die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen.
Der Landschaftspflegeverband übernahm es, die Verbindung zu Landwirten vor Ort herzustellen und sie für eine hamstergerechte Bewirtschaftung
auf Teilflächen zu gewinnen. Insbesondere geht es dabei um Möglichkeiten von hamstergerechter Bewirtschaftung unter den bestehenden Bedingungen, unter anderem um die sogenannten Hamsterstreifen.
Das Projekt wird vom Naturschutzfonds der LaNU unterstützt, freiwillige landwirtschaftliche Maßnahmen und auch flankierende Maßnahmen außerhalb der konventionellen Nutzung werden finanziert. LaNU und NABU realisieren außerdem eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt. Unter anderem ist ein Faltblatt erschienen. Die Mittel entstammen Zuwendungen Dritter, sie kommen zum Beispiel von Firmen und Privatpersonen.
Die Kooperationspartner sind überzeugt, dass ihre Vereinbarung ein außerordentlich wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist, denn nur, wenn es gelingt, die in städtischen und ländlichen Räumen lebenden Menschen in die Sicherung der Funktionsfähigkeit der uns umgebenden Landschaft einzubeziehen, besteht die Chance, die Artenvielfalt in unserem Land zu erhalten. Was den Hamster betrifft, ist allerdings eines klar: Zu einer Massenvermehrung oder gar zu einer Hamsterplage wird es ganz sicher nicht mehr kommen. Dazu sind die Bestandszahlen inzwischen zu gering. Selbst wenn der Hamster in Sachsen vor dem Aussterben gerettet werden sollte, wird er keine großen Schäden mehr anrichten können.
